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Grosses Heupferd (alle Bilder Karin Schneider)

Biodiversität ist hörbar
In blumenreichen, nach Süden geneigten Wiesen ist im Hoch- und Spätsommer ein Knistern, Wetzen, Knacken, Schnarren und Zischen hörbar. Je artenreicher und vielfältiger ein Lebensraum ist, desto reicher ist auch der Insektengesang. Zu hören sind meist Heuschrecken-Männchen, die ein Weibchen für sich gewinnen wollen. Bei den Langfühlerschrecken, dazu gehört auch die Feldgrille, reiben die Männchen die Vorderflügel gegeneinander.

GC: Heuschrecke im Logo eines Fussballclubs
Ende Juni verstummt die Feldgrille allmählich, dann beginnt das Grüne Heupferd zu singen. Dieser «Grasshopper» sitzt beim Singen meist kopfüber, dann trägt der Gesang weiter. Das oft bis nach Mitternacht zu hörende tz-tz-tz-tz-tz-tz … ist in ruhigen Nächten bis 100 Meter weit zu hören. Sobald ein Weibchen in die Nähe kommt, stimmt das werbende Männchen einen etwas leiseren, eindringlichen Lockgesang an. Das Grüne Heupferd ist eine der grössten und attraktivsten Heuschrecken Mitteleuropas. Es lebt an Waldrändern, in Hecken, Getreidefeldern und naturnahen Wiesen sowie in Gärten und Parks mitten Städten.

Verborgene Lebensweise
Sitzt das knallgrüne Insekt in einem Busch, ist es trotz des verräterischen Gesangs kaum zu entdecken. Zufällig bei der Gartenarbeit oder bei einer Wanderung aufgeschreckt, fliegt diese Schrecke leise raschelnd auf und steuert gezielt ein Gebüsch oder hohe Stauden an. Gefährlich wird das Grüne Heupferd für Raupen, Fliegen und andere Insekten, auf die sie Jagd macht, sogar für andere Heuschrecken! Mit dem Legebohrer legt das Weibchen etwa 100 Eier in den lockeren Boden. Im Herbst sterben die erwachsenen Tiere, und das kurze Leben der erwachsenen Schrecke ist bereits zu Ende. Frühestens nach zweimaliger Überwinterung schlüpfen die Larven. Diese sehen aus wie Mini-Heupferde, die Flügel sind in diesem Stadium noch nicht entwickelt. Bei jeder Häutung haben die Heupferdchen einen Wachstumsschub. Nach der siebten und letzten Häutung werden die Heupferde erwachsen, und dann entfalten sich auch die Flügel.

Wer einen Garten mit einheimischen Gehölzen, Stauden und Kräutern anlegt, fördert damit ein reiches Leben an Kleintieren. Davon wiederum profitiert das Grüne Heupferd. So kann auch die Kleingärtnerin und Kleingärtner auf kleiner Fläche Pferdehaltung betreiben …

Text: Christoph Vogel 

 

 

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